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Therapiemoeglichkeiten bei Inkontinenz

Medizinisch geprueft von:
Sabine Krause (Medizinprodukteberaterin)
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Stand: 15.06.2026

Die moderne Medizin bietet breite Therapiemoeglichkeiten bei Blasenschwaeche. Konservative Massnahmen wie gezieltes Beckenbodentraining mit Biofeedback und Verhaltenstherapie bilden die Basis. Medikamentoese Behandlungen entspannen den Blasenmuskel. Operative Optionen wie TVT-Baender oder ein kuenstlicher Schliessmuskel kommen bei schweren Verlaeufen infrage.

Stufenplan der Kontinenztherapie

Die Behandlung von Harn- und Stuhlinkontinenz folgt urologischen Leitlinien. Gemaess den Empfehlungen wissenschaftlicher Gesellschaften (wie der Deutschen Gesellschaft fuer Urologie und der Deutschen Gesellschaft fuer Geriatrie) wird stets ein konservativer Ansatz bevorzugt, bevor operative Massnahmen erwaegt werden.

Therapiesaeulen im Ueberblick

Therapieform Methode Ziel Geeignet bei
Konservativ Beckenbodengymnastik, Biofeedback, Elektrostimulation Kraefterung der Schliessmuskulatur, Wahrnehmung Belastungsinkontinenz, nach Operationen
Verhaltenstherapie Miktionstraining, Trinkmengenregulierung Verlaengerung der Entleerungsintervalle Dranginkontinenz, ueberaktive Blase
Pharmakologisch Anticholinergika, Beta-3-Agonisten, Estrogene (lokal) Daempfung der Blasenmuskelspastik Dranginkontinenz, Senkungsbeschwerden
Operativ Schlingenplastiken (TVT), kuenstlicher Sphinkter, Botox Mechanische Unterstuetzung oder Nervenblockade Schwere Belastungs-/Dranginkontinenz
Stand: 06/2026. Referenz: S3-Leitlinien Harninkontinenz.

Konservative und physiotherapeutische Massnahmen

Das Fundament bildet das Beckenbodentraining, welches haeufig unter physiotherapeutischer Anleitung (z. B. durch Therapeuten des Netzwerks AG GGUP) durchgefuehrt wird. Ergaenzend kann ein medizinisches Heimgeraet zur Elektrostimulation oder Biofeedback-Kontrolle verordnet werden. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten diese Geraete in der Regel als Hilfsmittel. Eine persönliche Versorgungsberatung klaert die Modalitaeten.

Haeufige Fragen zu Therapieverfahren

Ein Toilettentraining (auch Blasentraining) beinhaltet das Entleeren der Blase nach einem festen Zeitplan statt nach akutem Dranggefuehl. Die Intervalle werden schrittweise vergroessert, um das Blasenvolumen zu dehnen und den Kontrollmuskel zu konditionieren.

Eine Operation wird in Erwaegung gezogen, wenn konservative Massnahmen ueber mindestens 3 bis 6 Monate keinen Erfolg brachten und die Belastung im Alltag hoch ist. Bei Frauen ist das Einsetzen eines TVT-Bands (Schlinge) ein etablierter, minimal-invasiver Routineeingriff.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und können den fachlichen Rat eines Arztes, Therapeuten oder Apothekers keinesfalls ersetzen. Suchen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer eine qualifizierte Arztpraxis auf.